viernes, 6 de noviembre de 2009

Ernst Jandl (1925-2000)




canción del verano


ahora somos hombres sobre el campo
pronto seremos hombres bajo el campo
nos volveremos campo, nos volveremos moras
será una estancia en tierra de lo más cachonda



sommerlied


wir sind menschen auf den wiesen
bald sind wir menschen unter den wiesen
und werden wiesen, und werden wald
das wird ein heiterer landaufenthalt




Dieter Leisegang (1942-1973)




EN SOLEDAD Y SOLO


En soledad se puede aún vivir
Aquí un Yo y los otros allí
Puede vagar por alamedas
Flotar en atalayas

En soledad no es todavía solo
Tiene ojos aún, oídos, manos,
El juego de los cuerpos
Y la aflicción de estar ahí

Mas solo es todo en uno
No es ahí, no es allí, ni tan siquiera
Se puede dar o recibir
Vital vacío generalizado



EINSAM UND ALLEIN


Einsam ist ja noch zu leben
Hier ein Ich und dort die andern
Kann durch die Alleen wandern
Und auf Aussichtstürmen schweben

Einsam ist noch nicht allein
Hat noch Augen, Ohren, Hände
Und das Spiel der Gegenstände:
Und die Trauer, da zu sein

Doch allein ist alles ein
Ist nicht da, nicht dort, nicht eben
Kann nicht nehmen oder geben
Leergelebt und allgemein.




jueves, 5 de noviembre de 2009

Heinz Czechowski (1935-2009)




BUENA SEMANA


La casa en la que vivo
Ni se ha quemado ni visto afectada
Por alguna catástrofe.
Tengo para comer, y algo de dinero.
Hay lugares en la naturaleza
Que reconcilian mi ánimo
Y amar me ha dado mucho goce.
En la radio se ha hablado sobre mí,
Un amigo ha escrito algo amable
Sobre mi libro.
He dado una conferencia que ha gustado
a mis amigos. Me he encontrado con
personas a las que he caído bien.
Ahora, viernes por la tarde,
me siento como el rey Polícrates
que tampoco sabía que su suerte
era sólo el envés
de la fatalidad.




GUTE WOCHE


Das Haus, in dem ich wohne,
Ist weder abgebrannt noch
Von Erdbeben erschüttert.
Ich habe zu essen, auch
Etwas Geld. Die Natur
Hat noch Stellen, die mich versöhnlich stimmen,
Und die Liebe
Verschafft mir Genuß.
Im Rundfunk
Ist über mich gesprochen werden,
Ein Freund schrieb mir Erfreuliches
Zu meinem Buch. Ich hielt
Einen Vortrag, der
Meinen Freunden gefiel, und traf
Ein paar Leute,
Die mir sympathisch waren.
Jetzt, am Freitagabend,
Fühle ich mich
Wie der König Polykrates,
Der auch nicht wußte,
Daß sein Glück
Nur die Kehrseite
Aller Verhängnisse war.






a una hermosa perspectiva - Yaak Karsunke


los criminales -oye uno- además de no estar
totalmente dispuestos
a dejar a sus víctimas en paz

se han decidido
a dejar el pasado en paz
dirigir la mirada hacia adelante
& comenzar de cero con sus víctimas

aligerados totalmente
de sus crímenes previos




zur schönen aussicht


die täter -hört man- sind nicht
nur bereit ihren opfern
voll zu verzeihen nein mehr noch

sie sind entschlossen
die vergangenheit ruhen zu lassen
den blick nach vorne zu richten
& mit ihren opfern gemeinsam
einen neuen anfang zu wagen

gänzlich unbelastet von ihren
früheren taten





miércoles, 4 de noviembre de 2009

CADA DÍA - Ingeborg Bachmann


La guerra ya no se declara
sino que se prosigue. Lo inaudito
es ahora cotidiano. El héroe
está lejos de la contienda. El débil
se lanza a la zona de fuego.
Uniforme del día es la paciencia,
la distinción estrella miserable
de la esperanza sobre el corazón.

Se concede
cuando ya nada ocurre,
cuando enmudece el fragor del combate.
Cuando es ya invisible el enemigo
y la sombra de la armadura eterna
cubre el cielo.

Se concede
por una deserción,
por la bravura ante el amigo,
por denunciar los secretos indignos
y no acatar
ninguna orden.



ALLE TAGE


Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel bedeckt.

Er wird verliehen
für die Flucht vor den Fahnen,
für die Tapferkeit vor dem Freund,
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse
und die Nichtachtung
jeglichen Befehls.

lunes, 2 de noviembre de 2009

Paul Celan (1920-1973)




FUGA DE LA MUERTE


Leche negra del alba la bebemos de tarde
al mediodía de mañana la bebemos de noche
bebemos y bebemos
en los aires cavamos una tumba que así no se yace estrecho
Vive un hombre en la casa que juega con las serpientes que escribe
que escribe al caer la noche a Alemania tu cabello dorado Margarete
lo escribe y sale de la casa y brillan las estrellas silba a sus mastines
a sus judíos nos silba cavad una fosa en la tierra
ordena tocad a danzar

Leche negra del alba te bebemos de noche
de mañana al mediodía te bebemos de tarde
bebemos y bebemos
Vive un hombre en la casa que juega con las serpientes que escribe
que escribe al caer la noche a Alemania tu cabello dorado Margarete
tu cabello de ceniza Sulamit en los aires cavamos una tumba que así no se yace estrecho

Él grita hincad más hondo en la tierra y vosotros cantad y tocad
agarra el hierro del cinto lo blande sus ojos son azules
hincad más hondo las palas vosotros seguid tocando a danzar

Leche negra del alba te bebemos de noche
de mañana al mediodía te bebemos de tarde
bebemos y bebemos
Vive un hombre en la casa tu cabello dorado Margarete
tu cabello de ceniza Sulamit juega con las serpientes

Grita más dulce la muerte que suene más dulce la muerte es un Maestro de Alemania
grita más oscuro el tañido de los violines que sea más oscuro así subiréis como humo en el aire así tendréis una tumba en las nubes no se yace estrecho

Leche negra del alba te bebemos de noche
al mediodía la muerte es un Maestro de Alemania
te bebemos de tarde y de mañana bebemos y bebemos
la muerte es un Maestro de Alemania su ojo es azul
te alcanza con bala de plomo su blanco eres tú
vive un hombre en la casa tu cabello de oro Margarete
él nos azuza sus mastines nos regala una tumba en el aire
juega con las serpientes y sueña la muerte es un Maestro de Alemania

tu cabello dorado Margarete
tu cabello de ceniza Sulamit



TODESFUGE

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tantz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich abends
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
Ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
der spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister auf Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

Yaak Karsunke (1934-)


ESCARAS 1-3


1.

anécdota de la última guerra prusiana

en el campo de concentración de Auschwitz
un vigilante de las SS pregunta
a un preso por su oficio

la respuesta: germanista

el iracundo alemán
mata inmediatamente al judío polaco


2.

cómo reconocer a los comunistas

antes de ser asesinados
gritan una vez más:
viva la libertad

sus camaradas
que aguardan en las celdas
su propia ejecución
cantan la
internacional

así en los campos nazis
& en los de Stalin

pierden su vida
pero no su creencia
en el comunismo &
se llaman a sí mismos
muertos de vacaciones


3.

muerte & transfiguración

quien era derribado yacía
tendido simplemente
los fusilados se derrumbaban
& en las cámaras de gas se moría de pie

:hoy suena
en el museo del campo
una cinta:

'víctimas inmortales/ os
íbais desvaneciendo'





SCHORF 1 - 3

1.

anekdote aus dem letzten preußischen kriege

im konzentrationslager ausschwitz
fragte ein ss-bewacher
einen häftling nach dessen beruf

die antwort war: germanist

der wütende deutsche
erschlug den polnischen juden sofort


2.

woran man kommunisten erkennt

bevor sie umgebracht werden
rufen sie noch einmal laut:
es lebe die freiheit

ihre genossen
die noch in den zellen
auf die eigene hinrichtung warten
singen: die internationale

so in den lagern
der nationalsozialisten
so in den gefängnishöfen stalins

sie verlieren ihr leben
aber nicht ihren glauben
an den kommunismus
& nennen sich tote auf urlaub

3.

tod & verklärung

wer umkippte blieb einfach liegen
die erschossenen sackten zusammen
in den gaskammern starben sie stehend

:heute läuft
im lagermuseum
ein tonband:

'unsterbliche opfer/
ihr sanket dahin'